2015 erreichte ein gewaltiger Flüchtlingsstrom Deutschland.

In Kirchheim wurde die Sporthalle in der Boschstrasse belegt und ein Containerdorf in der Dettinger Str. auf einem Privatgelände aufgebaut, um dem ersten Ansturm an zugewiesenen Flüchtlingen in vom Landkreis betreuten „Erstunterkünften“ Herr zu werden.

Sehr schnell, im Oktober 2015, wurden erste Zahlen des Landkreises bekannt gemacht, demnach z.B. die Stadt Kirchheim für 2016 für ungefähr 230 Menschen eine sogenannte „Anschlussunterbringung“ bereitzustellen hatte.

Dies bedeutet, dass die Kommunen Wohnraum für Menschen, welche nicht mehr in der genannten Erstunterkunft verbleiben können, aufzunehmen haben und vor Obdachlosigkeit zu bewahren haben!

Die Verwaltung der Stadt Kirchheim hat umgehend reagiert und noch in 2015 dem Gemeinderat ein erstes Konzept zur Schaffung von Wohnraum dargelegt!
Im Januar 2016 gab es eine erste Pressemitteilung, in welcher bereits alle Standorte – welche derzeit nun auch in Bau sind oder zur Diskussion stehen – genannt wurden !

Es begann ein umfangreicher Diskussionsprozess innerhalb Verwaltung und im Gemeinderat.
Dies gipfelte in der Gemeinderatssitzung in der Stadthalle vom 03 Februar 2016.
Trotz massiver persönlicher Angriffe gegen Verwaltungsspitze, Ortsverwaltungen, Ortsvorsteher und einzelne Gemeinderäte wurde in dieser Sitzung einstimmig vom Gemeinderat das Standortkonzept verabschiedet.

Parallel dazu wurden seit Ende 2015 Anwohnerinformationsveranstaltungen durchgeführt.
Erste ehrenamtlich engagierte Bürger/innen haben sich zusammengefunden um  den Flüchtlingen die Ankunft zu erleichtern.

Gleichzeitig hat sich nahezu an jedem Standort Widerstand gegen eine mögliche Bebauung entwickelt. Aus unterschiedlichen teilweise berechtigten Gründen.
Meist aber nur mit populistischen Tönen und persönlichen Angriffen gegen Verwaltung und  Gemeinderat.

Für jeden Standort gibt es nachvollziehbare Vorteile als auch Nachteile!
In Abwägung aller Argumente hat sich der Gemeinderat in der genannten Sitzung vom 3. Feb. 2016 für die bekannten Standorte entschieden.

Wir als CIK wie der gesamte Gemeinderat müssen einen Blick auf „das Ganze“ bewahren.
Dazu sehen wir uns vom Bürger/innen auf Zeit gewählt.
Unserer Meinung nach fehlt der „Standortkritik“ oft genau diese Gesamtschau.
Das kann ehrlicherweise auch nicht anders sein!
Selbst wenn man als interessierter Mensch alle Sitzungen verfolgt kann man nie alle Aspekte eines „städtischen Handelns“ verstehen.
So funktioniert Demokratie. Deswegen wählt man Vertreter.
Und so sehen wir uns auch – und hier glauben wir für den gesamten Gemeinderat sprechen zu können.
In der Standortdebatte gab es nur sehr wenige  populistische Töne im Rat.

Alle 5 Jahre werden diese Karten neu gemischt.
Wir wünschen uns, dass viele der jetzt engagierten Bürger sich aktiv einbringen und auf den verschiedenen Listen oder „Neuen“ wiederfinden werden.

Unser Eindruck ist, dass nur wenige Gemeinderäte/innen sich durch die massiven persönlichen Angriffe und dem Hinweis auf eine evtl. anstehende Wiederwahl derart beeinflussen lassen, dass von dem eingeschlagenen Weg abgerückt wird.
Unserer Meinung nach wie gesagt zu Recht!

Wir sind also weiterhin von dem eingeschlagenen Weg überzeugt.

Auf allen beschlossenen Standorten wurden Anpassungen durchgeführt.
Teilweise konnte derzeit noch nicht gebaut werden, siehe Lindorf.
In der Kitteneshalde wurde um ein Stockwerk reduziert.
Die Standorte Klosterwiese und Bolzplatz Jesingen werden nur mit zwei Gebäuden bebaut.
Es gibt aktuell weitere Untersuchungen für weitere Standorte, auch zur „allgemeinen“ Bebauung um dem wachsenden Druck von Obdachlosigkeit zu begegnen.
Dieser Aspekt rückt zunehmend in den Fokus. Die aktuellen Obdachlosenzahlen sind erschreckend!

Deswegen sehen wir mittlerweile auch eine andere Überschrift über dem Thema stehen.
Und zwar ganz allgemein „Wohnraumversorgung – günstiges Wohnen in Kirchheim“.

Unter diesem Gesichtspunkt fand mittlerweile zweimal eine „Runder Tisch“ zu den Themen „Anschlussunterbringung“ und „Günstiges Wohnen“ statt.
Beteiligt waren auch Mitglieder verschiedener Initiativen.
Weshalb nicht alle Initiativen beteiligt waren können wir nicht nachvollziehen.

Es wurden Standortkriterien festgelegt welche unserer Meinung nach bereits zum größten Teil berücksichtigt wurden.

Sehr viel Wert legen wir als CIK auf die gerechte Verteilung der Standorte auf das gesamte Stadtgebiet.
Berücksichtigung müssen in diesem Zusammenhang schon vorhandene Strukturen finden (Obdachlosenunterkünfte, Soziale Brennpunkte, Erstunterbringung des Landkreises).
Betrachtet man nun diese „Lastenverteilung“ auf dem Stadtplan, so sind wir darin bestärkt den richtigen Weg bzgl. der Standortwahl gefunden zu haben.
(aktueller Werkstattbericht GR Sitzung vom 31. Mai 2017)

Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt für die Akzeptanz der Menschen an den verschiedenen Standorten, ist das parallel zur Standortsuche entwickelte „Integrationskonzept“.
Auf Details wollen wir hier nicht eingehen, wir verweisen auf die sehr ausführliche Broschüre der Stadtverwaltung. Über 30 Gruppierungen, Vereine, Kirchen, Ehrenamtliche, …
haben an diesem Konzept mitentwickelt.

Natürlich wurde im dem Prozess der letzten fast zwei Jahre nicht alles richtig gemacht!

Während andere Kreise oder Städte früh auf das Anmieten von privaten Wohnungen gesetzt haben, wurde dies in Kirchheim sehr schleppend angestoßen.
Mittlerweile ist auch hier ein deutlicher Aufwärtstrend zu verzeichnen.

Ohne die inzwischen angemieteten Objekte müssten bereits jetzt drastische Maßnahmen zur Unterbringung der uns zugewiesenen Personen ergriffen werden, da wie oben erwähnt die geplante Bebauung in Lindorf sich verzögert.
(Anmieten von Hotelzimmern, zur Not Unterbringung in einer städtischen Halle, .. !)

Ärgerlich in der ganzen Debatte empfinden wir, dass oft Halbwahrheiten oder schlicht und ergreifend falsche Behauptungen aufgestellt werden.

Seit Anfang der Debatte ist klar, dass gesetzliche Vorgaben „dauerhaftes Wohnen“ in Gewerbegebieten untersagen. Trotzdem wird dies Verwaltung und Gemeinderat immer wieder vorgeworfen hier zu versagen.
Ebenfalls ist es untersagt „dauerhaftes Wohnen“ an lärmintensiven Standorten vorzusehen.
Eine kurzfristige Unterbringung als „Erstunterkunft“ welche der Landkreis unterhält ist hier erlaubt. Das sind zwei paar Stiefel. Beides wurde oft genug erläutert und auch im Teckboten veröffentlicht.
Dies sind nur einige Beispiele.

Wir haben einstimmig im Gemeinderat beschlossen „nachhaltig“ zu investieren.
Das bedeutet, dass die Häuser welche gebaut werden, auf 40 oder 50 Jahre oder länger geplant und erstellt werden!
Auch das ist eine Verantwortung, welche wir als gewählte Vertreter/innen zu beachten haben, nämlich der verantwortungsbewusste Umgang mit den finanziellen Ressourcen.

Und zum Schluss ein Wort zu vielen von unterschiedlichen Akteuren schnell genannten Standorten in der Stadt. Die meisten befinden sich im Privatbesitz!
Selbstverständlich versucht hier die Verwaltung mit den Besitzern ins Gespräch zu kommen, meist erfolglos und ohne irgendwelche Möglichkeiten hier „einzugreifen“ !

Wir von der CIK sind überzeugt davon, dass fast alles richtig gemacht wurde in Kirchheim.
Den Umständen, dem zeitlichen Druck und den finanziellen Möglichkeiten entsprechend!
Nicht jeder kann und wird damit zufrieden sein.

Wir hoffen aber, dass die Menschen, welche einmal in den Häusern über die Stadt verteilt wohnen werden nicht auf eine abwehrende Haltung in unserer Stadt treffen, sondern als gleichberechtigte Bürger/innen angesehen und dementsprechend behandelt werden.

Dazu wollen wir beitragen!

Für die Christliche Initiative Kirchheim

1. Vorsitzender Stadtrat Stadtrat
Tobias Gaiser Hans Kiefer Gerd Mogler

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